Macht eine Psycho-Geografie-Tour!

Ausgebrannte Büroräume, verlassene S-Bahntunnel, mit zehn Zentimeter Asche, und ein unentdeckter Wald auf einer S-Bahntrasse – Die Tour von Javier Abarca zur diesjährigen Backjumps hat uns einiges abverlangt. Am Sonntag (7.6.2015) waren wir den ganzen Nachmittag kreuz und quer durch Berlin unterwegs, auf der Suche nach “freien Flächen”, Orte, wo uns keiner stört, und wo wir niemand stören, der schon vor uns da war.
 

So wie sich Berlin in den letzten Jahren entwickelt hat, war es ziemlich schwierig noch solche Orte zu finden: Brachen werden bebaut, Ruinen abgerissen und Parks durchgestaltet. Trotzdem gab es noch hier und da was zu entdecken. Ums gemalte Bild ging es eigentlich gar nicht. Sondern um die Erfahrung, sich sprunghaft durch die Stadt zu bewegen, nicht direkt von A nach B, sondern mal oberhalb, mal unter den Fußgängern drunter, in Geheimgängen, auf Trampelpfaden und auf der Jagd nach imaginären Hinweisen. Am Ende findet man oft Orte an denen man mitten in der Großstadt für sich allein sein kann.



In der Theorie von Javier Abarca ist Graffiti ein “Spiel für Erwachsene” im öffentlichen Raum, so wie es die Situationisten vorausgesehen haben. Spätere Theoretiker haben solche Spiel übrigens auch für Kinder gefordert: “Befreit die Kinder! Nieder mit den Spielplätzen” (Manifest 1977, Dennis Wood). Graffiti ist eins dieser “Spiele” und hat so gesehen auch viele interessante Gemeinsamkeiten mit anderen “Erwachsenen-Spielen”, wie Parkour, Planking oder Urban Exploring, mit Geocaching, Letterboxing, Hobos oder Theater an wirklichen Orten.



 

Stadtführungen, ohne den Boden zu berühren: http://www.spacehijackers.org/
Eine Kneipe in einem Wassertank eröffnen: http://nightheronspeakeasy.com/
Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Backjumps-Ausstellung im Bethanien noch bis August!

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