kein bock auf maenner wm 2

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ein schoener text zum thema ist unter http://www.vorrundenaus.de zu finden!:

'Frauenfußball - Männersport.
Fußballspielen wie echte Männer
Bei der Männer-Fußball-EM 2004 bewies ARD-Fernsehkommentator Steffen Simon, dass er im Biologieunterricht genau aufgepasst hat: 'Vielleicht sollte er [Totti] sich in der Halbzeit mal diese Mädchenfrisur wegmachen und anfangen, wie ein Kerl zu spielen.' Jede_r weiß sofort was damit gemeint ist: Totti spielt langweilig, brav, zurückhaltend. Alles Eigenschaften, die im Fußball nichts zu suchen haben und für den gemeinen Fan und Kommentator 'weiblich' sind. 'Richtige Männer' hingegen spielen harten, umbarmherzigen, zielbewussten Fußball. Hier werden Stereotype reproduziert, die für den Männerfußball elementar sind. Er lebt von einer klaren Grenzziehung zwischen dem was Fußball-konform und damit besonders 'männlich' ist und dem was dem Fußballmythos schadet und als 'weiblich' oder 'schwul' abgewertet wird. Schon allein in der Unterscheidung zwischen Fußball und Frauen-Fußball wird deutlich, dass Fußball per se etwas ist, das von und für 'echte' und damit heterosexuelle Männer existiert. Mädchen wachsen mit der Gewissheit auf, dass sie weder Fußball spielen wollen, noch können. Wenn eine Frau die Barriere zwischen ihrem gesellschaftlichen Geschlecht und dem Fußball durchbricht, tritt sie in einen Graubereich der zu Verwirrung in der Geschlechterwelt führt. Genauso ist ein Fußball spielender Mann, der dem Ideal der Heterosexualität nicht entspricht und damit die ‚Reinheit' der Fußballordnung durcheinander bringt, für die Mannschaft, den Verein und die Fanszene kaum auszuhalten.

Abenteuer Frauenfußball
Fußball spielende Frauen wurden bis 1970 auf Anweisung des Deutschen Fußballbundes (DFB) aus den Verbänden ausgegrenzt. Ihnen dürfte kein Zugang zu den Sportplätzen gewährt werden. Doch auch seitdem der DFB zähneknirschend das Verbot aufhob, müssen Fußball spielende Frauen für ihre Anerkennung kämpfen. Zunächst wurde Frauen-Fußball durch spezielle Regeln (u.a. erlaubtes Handspiel, um den angeblich gefährdeten Busen zu schützen) vom Männerbund DFB bevormundet. Der Schutz des Fußballs vor den Frauen wird seit Ende des 19. Jahrhunderts nach denselben Mustern begründet: Fußball schadet der Weiblichkeit. Biologisch: Gefährdung der Gebärfähigkeit. Oder: Minderung weiblicher Sanftheit und Schönheit. Kontrolle, Lächerlichkeit, Abwertung und Sexualisierung waren lange Zeit Strategien der Männerwelt Fußball, Frauen den Zugang systematisch zu erschweren. Noch heute werden Fußball spielende Frauen als 'Mannsweiber' bezeichnet. Das Etikett 'Lesbe' ist dann nur noch die logische Fortsetzung.'

(...)

weshalb die high-heels? weil besonders 'weibliche' frauen ein problem mit inszenierung von männlichkeit im fußball haben? weil mensch männlichkeitswahn/mackertum besser durch weiblichkeitswahn/sexyness ersetzt?

ne, weil es hier um die maenner-wm geht und eine kritik daran, was durch stark stilisierte mittel deutlich gemacht werden sollte. weiter glaub ich nicht, dass mackertum/maennlichkeitswahn in dieser krass patriachal gepreagten gesellschaft in seinen ausmaßen irgendwie in relation zu 'weiblichkeitswahn/sexyness' steht.
..find auch, dass sowohl ein weibliches sowie maennliches geschlechterkonstrukt scheisse ist -gender-stydies sind super, aber im praktischem umgang mit sexismus ist es glaub ich sehr schwierig dem deutschen buerger(oder wem auch immer) durch queer-theories davon zu ueberzeugen dass er sich gerad z.B. scheisse verhaelt.
thx fuers kommentar :)

hm...
finde nicht, dass männlichkeits- und weiblichkeitwahn bzw. mackertum vs. sexyness in keinem zusammenhang stehen.
Im gegenteil denke ich das es zwei seiten einer medallie, der binären geschlechterordnung, sind. Diese wiederum erst vorraussetzung für geschlechterhierachien - herrschaft ist. ich denke, das grade durch die reproduktion gäniger geschlechter codes die einzelnen subjekte sich in ihrer rolle identifizieren.
ich jedenfalls, asoziiere mit high-heels spontan ehr von männern gemachte mode und damit schönheitsideal, als feministischen widerstand dagegen.
die symbolik, die hier gegen das männerspektakel in position gebracht wird hinterlässt so auch bei mir einen faden beigeschmack.

find das bild, der zweiseitigen medaille btr der geschlechterordnung und der sich somit konstituierenden verhaeltnisse, ganz gut, aber glaub ich nicht das patriachale machtverhaeltnisse, deren ursache und auswirkungen auf so ein einfaches bild herunterzubrechen sind.
zeigt doch schon, dass die geschlechterverhaeltnisse patriachal dominiert sind und es somit nicht sein kann, dass an diesem herrschaftszustand eben beide geschlechter gleich beteiligt sind. wer moechte sich denn von natur aus selbst unterdruecken? aber das waere doch mit der metapher der beidseitigen medaille genau deine aussage, oder?
das aber die high-heels ein, vielleicht auch von der maenner-welt gemachtes, symbol fuer die frau ist (und wie du meinst, vielleicht ein symbol fuer die unterdrueckte frau) stimmt und dass auf diesem weg raum gemacht wird um ueberhaupt in dem binaerem geschlechterbild zu denken stimmt wie ich find auch. nur ist das konstrukt eines genders(nach butler) ja etwas anderes als die in der maennerwelt vorherrschende diskriminierung des biologischen geschlechts. und gerad da find ich fehlt der bezug zum 'sinnvollem' praktischen antisexismus.. wenn wir in der praxis auf grundlage der gender theorie arbeiten, wuerde z.B. folglich die definitionsmacht wegfallen und ob die gesellschaft in ihrem hirarisch-patriachalen wesen soweit bereit ist, bezweifel ich.
aber ich seh auch ein das dieses bild natuerlich nicht sonderlich toll und weit durchdacht ist; es erfuellt fuer mich halt einen wie oben geschilderten, anderen effekt. :)

noch ein kommentar von einer freundin:

'hallo ich seh das ganz anders. . ich finde den reflex alles was mit 'weiblich codiertem'/'sexyness' zu tun hat, abzulehnen, als problematisch; ist ähnlich wie der mechanismus, dass frauen vorgeschrieben wird(und das auch von männern!), wie sie sich anzuziehen haben(zb.sich beine rasieren sei politisch nicht korrekt,keinen minirock tragen, ..).das ist ja schon wieda eine rollenerwartung.
ich finde es geht nich darum, dass frauen 'bessere männer' werden (zb. 'männlich' aussehen MÜSSEN), sondern um ein auflösung der bipolaren geschlechterordnung.also seh ich das stencil gar nich im gegensatz zur queer theory, butler plädiert ja dafür,dass eindeutig geschlechtlich codes umgedeutet werden, um die geschlechterordnung zu 'verwirren' (auch zb.männer mit highheels)
zwar sind highheels einerseits unterdrückerisches symbol(weil sie ja auch beim schnelllaufen stören) aber andererseits,in diesem zusammenhang,bedeuten sie eine positive umdeutung des weiblich besetzen symbols, da damit ja (fordernd+agressiv)das patriarchat angegriffen wird.
übringes, gibt ja auch so nen plakat gegen sexuelle gewalt, wo der stöckel des highheels ne knarre ist(soweit ich mich erinnere)'

ich find das bild und die auusage auch gut, aber die high-heels sind eher unpassend, sie gehören schließlich mit zum sexismus.